Kerwa
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Kirchweih wird seit dem Mittelalter als religiöses Fest anlässlich der Weihe einer christlichen Kirche gefeiert.
Heute spielt der religiöse Kontext oft eine untergeordnete Rolle. Wegen der einseits weiten Verbreitung der Kirchweih als auch ihrer jeweiligen lokalen Besonderheiten haben sich in den regionalen Dialekten verschiedene Bezeichnungen für die Kirchweih eingebürgert:

  • Kirmes (aus "Kirchmesse"),
  • Kerb, Kirb, Kermes (in Hessen, im Spessart, Rheinhessen Nordpfalz und Saarland)
  • Kier (in Oberndorf und in Marjoß im hessischen Jossgrund)
  • Kemmes (in Nassau)
  • Kirbe oder Kerwe, Kärwe (in der Pfalz, der Kurpfalz und Teilen Baden-Württembergs),
  • Kerwa bzw. Kärwa (in Franken),
  • Kerm (speziell in Unterfranken),
  • Kirwa (in der westlichen, mittleren und nördlichen Oberpfalz und im östlichen Teil Frankens),
  • Käada und Kiada (in der südlichen Oberpfalz),
  • Kerms, Kermst, Kärms oder Kärmst (Sachsen und Thüringen)
  • Kirda, Kirtåg bzw. Kiritåg oder ganz offiziell Kirtag (aus „Kirchtag“) in Österreich
  • Kirda, Kirta in Altbayern.
  • Kilwi oder Kilbi in Baden oder Vorarlberg.
  • Kirwe im Vogtland.

In der Schweiz ist der Begriff Chilbi geläufig, in den Niederlanden Kermis. Und sogar in einigen Regionen von Kroatien sagt man Kirvaj dazu.

(Quelle: Wikipedia)

In vielen Ortschaften und auch in Wiesenthau wird die Kerwa traditionell "ausgegraben“, also eröffnet. Die Kerwaburschen ziehen am Donnerstag mit Bier und Gesang durch die Ortsstraßen zu einem Punkt, an dem eine Schnapsflasche aus dem Boden ausgegraben wird. Mit diesem Ritual ist die Kerwa eröffnet und wird erst wieder durch das Eingraben einer neuen Flasche für das nächste Jahr beendet.

Nachdem am Freitag die Kränze für den Kerwabaum gebunden und geschmückt wurden, wird die Kerwa mit dem Bieranstich vom Bürgermeister feierlich eingeleitet.


Am Samstag wird der Kirchweihbaum oder umgangsprachlich der "Maier" von den ortsansässigen Burschen aufgestellt. Am Morgen fahren die Burschen, bzw. die Bamschubser mit den Traktoren und Anhängern in den Wald, um den vorher ausgesuchten Baum umzulegen und ins Dorf zu fahren. Der Baum darf dabei beim Fällen nicht durchbrechen. Mit Bändern geschmückt und von der Musik begleitet, wird der Baum dann am Nachmittag in das Dorf gefahren und vor der Wirtschaft, in der die Burschen verkehren, aufgestellt. Dieser Vorgang zieht sich meist über mehrere Stunden hin und ist sehr anstrengend, da der Baum über 30 Meter hoch sein kann.

Seit Gründung des Clubs der Wiesn'tharer Bamschubser ist der Kirchenbesuch am Sonntag wieder fester Bestandteil der gesamten Kerwa und ist für alle Bamschubser Pflicht. Das Fernbleiben vom Gottesdienst wird mit einem Bußgeld von 10 Euro geahndet.


Am Montag wird dann der „Betz ausgetanzt“. Die Burschen suchen sich ihre Mädchen aus und tanzen in ortstypischer Tracht um einen Tisch, auf dem ein Wecker unter einem Tuch versteckt ist. Während des Tanzes wird ein Blumenstrauß von Paar zu Paar weitergegeben. Sobald der Wecker, der nach einer willkürlich eingestellten Zeit, meist zwischen 15 und 30 Minuten, klingelt, ist das Paar, das zu dem Zeitpunkt den Strauß hat das Siegerpaar und hat den "Betzen" gewonnen.
Zu einem späteren Zeitpunkt nach der Kerwa lädt das Gewinnerpaar alle, die am Betzenaustanzen teilgenommen haben, noch mal zum Essen ein.

Mit einer Mischung aus Stimmung und Trauer wird am Dienstag, abermals mit Bier und Gesang, die Kerwa in Form einer Schnapsflsche eingegraben, die dann im darauffolgenden Jahr zur Kerwa wieder ausgegraben wird. Die "Ruhestätte" ist geheim nur den Bamschubsern bekannt.